Pilzinfektionen im Darm

Unsere natürliche Darmflora

Sofort nach der Geburt kommen Neugeborene in Kontakt mit Mikroorganismen von der Mutter und aus der Umgebung. Sie siedeln sich auf der Haut und auf allen Schleimhäuten (z. B. im Mund, im Magen-Darm-Trakt, im Genitalbereich) an. Im Darm bilden diese Mikroorganismen die Grundlage für die natürliche, sogenannte physiologische Darmflora. Sie hat eine Vielzahl von lebensnotwendigen Effekten auf unseren Körper:

  • sie schützt uns wie eine Barriere vor krank machenden Mikroorganismen,
  • sie trainiert unser körpereigenes Immun-
    system und
  • sie liefert Energie für die Zellen der Darmschleimhaut.

Pilze, vor allem Candida albicans, können sich in die Darmflora einschleichen oder auch nur vorübergehend mit der Nahrung in unseren Magen-Darm-Trakt gelangen, ohne Krankheitssymptome hervorzurufen.

Freund oder Feind – wann machen Pilze im Darm krank?

Ob es zu einer Pilzinfektion im Magen-Darm-Trakt (Mykose) kommt, hängt ab von

  • der Abwehrlage des betroffenen Menschen und
  • den krank machenden Eigenschaften der Pilze.

Die körpereigene Immunabwehr gilt als bester Infektionsschutz gegen Pilze. Manchmal funktioniert diese körpereigene Abwehr jedoch nicht optimal, wie z.B. bei einer Immunschwäche. Inwieweit wir selber durch Rauchen, mangelnde oder übertriebene Hygiene und mittels unserer psychischen Konstitution die körpereigene Immunabwehr verringern, ist nach wie vor Gegenstand vieler Diskussionen.
Zusätzlich kann die Barrierefunktion der physiologischen Darmflora herabgesetzt sein. Das geschieht vor allem durch obligat krank machende, aggressive Mikroorganismen, nach Gabe von Antibiotika und bei drastischer Fehlernährung. Durch diese Faktoren wird das ökologische System innerhalb des Darms empfindlich gestört und verliert seine schützenden Eigenschaften. Nur eine intakte Darmflora schützt vor Überwucherung mit Pilzen.
Hefepilze im Magen-Darm-Trakt nutzen die Chance einer verminderten Abwehr: sie verstärken ihre krank machenden Eigenschaften und vermehren sich so rasant, dass sie die physiologische Darmflora teilweise verdrängen. Damit wird aus zunächst harmlosen „Mitbewohnern“ eine echte Gefahr für die Gesundheit.

Wie erkennt man eine Darmmykose?

Eine Darmmykose kann eine Vielzahl von unter-schiedlichen Beschwerden verursachen.
Dazu gehören häufig:

  • Blähungen, Druckgefühl, aufgeblähter Bauch
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Durchfälle, häufiger Wechsel der Stuhlbeschaffenheit

In den letzten Jahren wurden Darmmykosen für eine erstaunliche Anzahl weiterer Krankheitsbilder verantwortlich gemacht. Allerdings gibt es dafür bisher keine wissenschaftlichen Belege. Bekannt ist, dass Pilze Beschwerden im Magen-Darm-Trakt verursachen und zusätzlich einen negativen Einfluss auf unser Immunsystem nehmen können.
Bei Verdacht auf eine Darmmykose wird zunächst die Untersuchung einer Stuhlprobe durchgeführt. Das weitere Vorgehen können Sie dann ausführlich mit Ihrem Therapeuten absprechen. In der Praxis hat sich eine „Drei Säulen“-Therapie zur Behandlung von Darmmykosen bewährt.

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